Simon-Pierre Bestion, Gründer des Ensembles La Tempête, hat für seine neue Aufnahme von Monteverdis ‚Marienvesper‘ einen sehr persönlichen Ansatz gefunden: „Ich sehe diese Vesper als ein großartiges und zauberhaftes Ritual, das das Heilige mit dem Heidnischen verbindet, das Intime mit dem Kollektiven. Ich habe dieses starke Gefühl in meiner Kindheit, im Chor einer Abtei, oft erlebt: das intensive, warme Licht eines Spätsommertages, das aus dem Westen eindringt und bis zum Chor reflektiert", sagt Simon-Pierre Bestion. Die Besonderheit dieser Einspielung bezieht sich auch auf die Zusammensetzung des Orchesters, das Bestion mit Instrumenten aus verschiedenen Kulturen, darunter Serpent und Chitarrone, besetzt hat. Er hat "fauxbourdons" hinzugefügt, einfache improvisierte Gesänge, die sich aus der Volkstradition ableiten. Auch die Farben der Stimmen in dieser Vesper sind sehr ungewöhnlich: Bestion steht in der Tradition der Vokalpolyphonie, wie sie noch heute in Korsika, Sardinien und Georgien existiert.