J. S. Bach, Biber, Marini, Corelli: vier führende Figuren der Barockmusik, die wohl keiner mit der Harfe in Verbindung bringen würde. Doch wirkten sie in Umgebungen, in denen nachweislich auch Harfenisten Präsenz zeigten und auch ein Solo-Repertoire für Harfen existierte, auch wenn dieses nie niedergeschrieben wurde. Dieses ehrgeizige Projekt, welches das Ergebnis einer intensiven Erforschung von Originalquellen ist, geht zumindest von einer solchen Existenz aus, was wiederum den Schluss zulässt, dass das Repertoire für die Violine – ein Instrument, das mit der Harfe viele idiomatische Eigenschaften teilt – lange als Inspirationsquelle für Harfenisten diente. Infolgedessen wurden hier einige der bekanntesten und meisterhaftesten Stücke für Violine bearbeitet, wodurch diesen Kompositionen eine neue Dynamik verliehen und Aufschluss über neue und überraschende Nuancen und Reflexionen gegeben wird.
Flora Papadopoulos produziert nach ihrer intensiven Zusammenarbeit mit Ensembles wie Cappella Mediterranea/L. García Alarcón, Concerto Italiano/R. Alessandrini, Matheus/J-C Spinosi und Laboratorio ‘600/F. Pavan jetzt ihr erstes Soloalbum. Sie begeht dabei persönliche, ausgesprochen experimentelle und empirische Wege und erweckt eine faszinierende musikalische Praxis neu zum Leben, die lange als verloren galt.