Wenn wir uns einem Komponisten nähern, tauchen wir gerne in seine frühen Werke ein,
um die Entwicklung der Person hinter der Partitur zu verstehen. Es war ganz natürlich, dass dieser Ansatz die Idee hervorbrachte, ein Jugendwerk Schuberts, das Quartett Nr.10, das er im Alter von 16 Jahren schrieb, mit dem Meisterwerk ‚Der Tod und das Mädchen‘ des reifen Schubert zu koppeln.

Wie beim Mozart-Programm auf unserer ersten Einspielung wollten wir auch auf diesem Album mit zwei Quartetten desselben Komponisten zwei völlig unterschiedliche Stimmungen präsentieren.
Diese Zeitreise wirft ein neues Licht auf die späteren Werke, denn der Prozess,
den jungen Franz Schubert kennenzulernen, bedeutet natürlich, unser Wissen über seine
Sprache zu vertiefen. Aber wir verfeinern dabei auch unser Wissen über seinen spezifischen Stil, den Klang und die Artikulation.

Beim Quartett Nr. 10 haben wir versucht, in unserem Spiel eine Reinheit zu erreichen, die es durch kristallklaren Klang ermöglicht, dass sich die Musik möglichst flüssig und natürlich entfalten kann. Dabei wollten wir die Intimität des heimischen Wohnzimmers, für das diese Musik entstanden war, stets im Auge behalten.

Das Quartett Nr. 14 klingt gequälter, brüsker, intensiver, und wir versuchen, die symphonische Dimension und die ungemein düsteren, heftigen Untiefen des Werkes herauszustellen.
Es geht um die helle und die dunkle Seite von Schuberts Seele.
Quatuor Van Kuijk

Le choix de France Musique award