Das Kapitelarchiv von San Lorenzo in Florenz beherbergt eine Handschrift, die dazu diente, Kirchenbesitz zu erfassen. Ihre Pergamentblätter gehörten jedoch ursprünglich zu einer um 1410-20 in Florenz zusammengestellten Musikhandschrift. Später wurde die Musik entfernt, um Platz für neuen Inhalt zu schaffen. Obwohl ihr musikalischer Ursprung seit über dreißig Jahren bekannt war, galten ihre 216 Kompositionen als weitgehend unlesbar. In jüngster Zeit ist es jedoch Wissenschaftlern der Universität Hamburg gelungen, sie mit der Technologie der multispektralen Bildgebung wieder sichtbar zu machen. Das San-Lorenzo-Palimpsest, wie die Sammlung heute genannt wird, ist eine unschätzbare Quelle weltlicher polyphoner Musik, die zwischen dem vierzehnten und dem Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts entstanden ist. Der Sammelband enthält nicht nur neue Lesarten für Kompositionen, die aus anderen zeitgenössischen Manuskripten bekannt sind, sondern auch völlig unbekannte Werke florentinischer Komponisten. La Morra haucht diesen wiederentdeckten musikalischen Schätzen neues Leben ein, von denen die meisten hier zum ersten Mal aufgenommen wurden.

Eine Koproduktion mit der Universität Hamburg (SFB 950). Multispektralfotografien des gesamten San Lorenzo Palimpsests, inklusive Dokumentation und Ausgaben der bis dahin unbekannten Kompositionen, wurden von den Musikwissenschaftlern Andreas Janke and John Nádas erstellt.

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