Les Musiciens de Saint-Julien, geleitet von der virtuosen Flöte des François Lazarevitch, haben uns bereits auf die Straßen von Irland und Schottland geführt, insbesondere auf die High Road to Kilkenny (ALPHA 234), ein großer Erfolg im Jahr 2016. Diesmal wagen sie sich mit einem hauptsächlich weltlichen Programm in das England von Henry Purcell (1659-95). Die Stimmung variiert dabei mit mitreißenden Instrumentaltänzen bis hin zu melancholischen Liedern mit dem englischen Countertenors Tim Mead.

Während Les Musiciens de Saint-Julien diese gefeierten Stücke vor allem zum Vergnügen ausgewählt haben, füllen sie mit diesem englischen Programm gleichzeitig auch ein weiteres Puzzleteil in ihre Karte des Vereinigten Königreichs ein. Dabei zeigen sie die musikalische Durchlässigkeit Irlands, Schottlands und Englands, die atypischen Farben des kleinen Streicherensembles, ergänzt durch zwei Flöten, Harfe und Cembalo/Laute Continuo, unterstreichen dies zusätzlich.

Der rote Faden, der Les Musiciens de Saint-Julien am Herzen liegt, ist die Volksmusik, die in einer Mischung aus Herkunft, Praxis und Repertoire liegt. Man erkennt leicht "Scotch and Irish Tunes", die Purcell in seine Ouvertüren, Jigs, Hornpipes und Chaconnes einarbeitet. Der Countertenor Tim Mead unterbricht die Tänze mit Liedern, die für die Opern- oder Theaterbühne oder für Kammermusik komponiert wurden.