Sechs Oratorien hat Alessandro Stradella (1639 – 1682) während seines recht kurzen, jedoch umso aufregenderen Lebens geschrieben. Doch bislang überschattete sein bekanntestes und am häufigsten eingespieltes Werk dieses Genres, „San Giovanni Battista“ die restlichen fünf Oratorien. „San Giovanni Crisostomo“, das hier als Weltersteinspielung zu hören ist, wurde für einen intimeren Rahmen konzipiert und ist ein perfektes Beispiel für die Modernität des Genres bei seinem Auftauchen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Geistliche und moralische Themen vermischen sich mit politischen, sozialen und sogar erotischen Motiven; Sujet, Libretto und Musik interagieren auf zahlreichen Ebenen und mit geradezu verwegener Freizügigkeit.

Stradella präsentiert den ewigen Konflikt zwischen Machtgier und Eitelkeit mit einer meisterlichen Vielfalt an Ausdrucksformen und der raffinierten Dramatik, die durch die psychologische Charakterisierung seiner beiden Protagonisten, Johannes Crisostomos und Eudosia, entsteht.

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