Mozarts Requiem ist eines der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte der westlichen Welt. Fabrizio Cassol hat dessen geheimnisvolles Labyrinth mehrere Jahre erforscht, um das von Trauer geprägte Ritual des Requiems neu zu gestalten und auch andere Emotionen – wie z.B. Freude – einzubinden, die durch Musik und Tanz transzendiert werden. Er vertraute seinen Wunsch Alain Platel an, der sofort von der Idee begeistert war. Die Auswahl der Musiker war entscheidend: Das Ensemble besteht aus sechs Sängern, drei Daumenklavieren (Likembe), Akkordeon, Gitarre, Bass, Euphonium und Schlagzeug. Das grundlegende narrative und formale Schema des ursprünglichen Requiems bleibt erhalten: Erkennbare Fragmente daraus werden in fast allen Abschnitten zitiert. Freude und intensiver Jubel, die Kraft des „Grooves“ und tiefe Beschwörungen treffen aufeinander und vermischen sich mit Polyphonie aus vielen verschiedenen Quellen. Fünf afrikanische Sprachen werden mit dem alten lateinischen Text verwoben, und Anrufungen an die Vorfahren ertönen und schaffen eine einzigartige Reise ins Jenseits – eine Reise, die offen ist für die Realität der Gegenwart.

Preis der Deutschen Schallplatten Kritik award