Trotz seines überaus großen Erfolges zu Lebzeiten ist der 1778 in Salzburg geborene und 1858 in Paris gestorbene Komponist Sigismund Neukomm heute praktisch vergessen. Angesichts der Tatsache, dass Neukomm fast 2000 Werke hinterließ, scheint das geradezu ungeheuerlich.

Neben 50 Messen und zahlreichen Oratorien und Motetten, gehört auch das Requiem zum Gedenken an Louis XVI zu den Geistlichen Werken Neukomms. Prince Talleyrand, bei dem der Komponist 20 Jahre im Dienst stand, hatte das Werk zu Ehren des am 21. Januar 1793 hingerichteten Monarchen bei Neukomm in Auftrag gegeben. Es war die zweite von 50 Messen, von denen noch weitere gekrönten Häuptern gewidmet waren.

Bei der Aufführung des Requiems im Wiener Stephansdom am 21. Januar 1815 wirkten mehr als 300 Sänger in zwei Chören mit, von dem einer von Neukomm selbst, der andere von dessen Freund Salieri geleitet wurde.

Mit dieser Aufnahme setzen das Château de Versailles und Alpha Classics ihre Zusammenarbeit in Sachen Wiederentdeckung von Meilensteinen der französischen Musikgeschichte mit historischem Bezug fort. Jean-Claude Malgoire, ein Pionier der historischen Aufführungspraxis von Barockmusik, feiert mit dieser Weltersteinspielung sein Debüt auf dem Label Alpha Classics.

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