Außer den Werken, die den Lautenisten am Polnischen Königshof gegen Ende des 16. Jahrhunderts zugeschrieben werden können, gibt es eine Vielzahl an Kompositionen, die als „Polnische Tänze“ oder „Polnische Lieder“ in das Lauten-Repertoire dieser Epoche eingegangen sind und in zahlreichen Quellen der Spätrenaissance zu finden sind. Diese „Polonica“, die sich durch ihren unwiderstehlichen melodiösen Charme und ihre einfache harmonische und rhythmische Textur auszeichnen, verbreiteten sich in ganz Europa, und man kann ohne Übertreibung von der größten musikalischen „Polonisierung“ vor Chopin sprechen. Vierhundert Jahre später hat der polnische Lautenist Michal Gondko die Lautentabulaturen von ca. 1600 wieder aufgespürt und präsentiert auf dieser wunderbaren Aufnahme 40 Kompositionen, die größtenteils noch nie zuvor eingespielt worden sind.