Wie viele deutsche Komponisten seiner Zeit verfiel auch Johann Sebastian Bach dem französischen Stil mit seinen charakteristischen Tänzen und rhythmischen Ouvertüren. Schon früh hatte er mit Kontakt mit zahlreichen in Deutschland lebenden französischen Komponisten und Tanzmeistern und machte sich auf diesem Wege mit den spezifischen Eigenarten der Französischen Musik. Unter den Ergebnissen seines frankophilen Werkausstoßes befinden sich auch die Orchester-Ouvertüren, von denen die umfangreichen Stücke BWV 1066, 1068 und 1068 auf der vorliegenden CD zu hören sind. 

Der Oberbegriff „Gemischter Stil“ entstand aus dem gelegentlichen Experimentieren mit französischen und italienischen Stilelementen und war ebenfalls unter deutschen Komponisten sehr beliebt. Als Beispiel einer freien Adaption einer Ouvertüre übernimmt Bach im ersten Chorus der Kantate BWV 110 den ersten Satz der Orchester Ouvertüre BWV 1069 und fügt einen vierstimmigen Chorsatz hinzu. Andere seiner Kantaten beginnen mit einem Chor in Ouvertürenform, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um Bachs eigene Arrangements von früheren Werken handelt, die – wie so viele seiner Werke aus Köthener Zeiten – verloren gegangen sind. 

Auf der Grundlage dieser Vermutung hat das Ensemble ZEFIRO für diese Aufnahme die Instrumental-Ouvertüre auf der Grundlage des jeweils ersten Chores der Kantaten BWV 119 und 194 rekonstruiert. 

„Das Orchester ist glänzend aufgelegt und sorgt für eine sehr klare und klangdifferenzierte Aufnahme.“
Bernhard Schrammek, kulturradio rbb, 14.11.2016