“Origins” ist die dritte CD von Toon Fret und Veronika Iltchenko. Sie stellt Werke aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen vor von Komponisten, die sich sehr von den musikalischen Traditionen ihres Landes inspirieren ließen. Die musikalische Reise führt uns quer durch Europa – von Frankreich bis an die Grenzen Asiens. Béla Bartóks Bedeutung als Vorreiter, die Volksmusik in die Sprache der klassischen Musik einzubinden, ist sicherlich unumstritten. Der Beitrag, den die vier anderen weniger bekannten Komponisten dieser CD in diesem Bereich geleistet haben, ist jedoch nicht minder entdeckenswert. Der jüdische Komponist Erwin Schulhoff gehörte zu denen, deren Werke das NS-Regime als  "entartete Musik" verbannt hatte. Der Aserbaidschaner Fikret Amirov und der Armenier Arno Babajanian waren Opfer des Sowjetregimes. Und Charles Koechlin litt trotz seines eindrucksvollen Werkkatalogs sein Leben lang darunter, dass sein Ansehen als Komponist dem als Theoretiker unterlegen war. Diese sehr von heimatlicher, traditioneller Musik geprägten Werke waren damals sehr zeitgemäß – entstanden sie doch in einem politisch turbulenten Europa in einer Zeit des großen Umbruchs in allen künstlerischen Bereichen.