Obwohl sich Girolamo Frescobaldi in seinen Orgelwerken auf die polyphone Tradition der Renaissance beruft, gab es im frühen 17. Jahrhundert wohl nur wenige Virtuosen, die dem kulturellen und künstlerischen Gefühlsausbruch, der schließlich Barock genannt wurde, auf so originelle Art und Weise den Weg geebnet haben. 

Ihm gelang – was Affekt und Virtuosität betrifft -  im Bereich der Orgelmusik das, was im Genre Oper alle Konventionen der Vokalmusik über den Haufen warf. Er empfahl Flexibilität und bestand darauf, allzu große Zwänge über Bord zu werfen, um stattdessen „con affetti cantabili“ zu spielen, also mit den Affekten des Gesangs…