Giovanni Battista Colonna (1637-95) verbrachte den größten Teil seiner Karriere in Bologna als Maestro di cappella der Basilika San Petronio. Da er über dieses imposante Gebäude mit seinen beiden bei Liebhabern des Instruments wohlbekannten Chororgeln und die üppige Akustik verfügen konnte, schrieb Colonna eine große Anzahl geistlicher Kompositionen für prächtige Stimm- und Instrumentalgruppen. Zwei intimer ausgelegte Kollektionen widmete er jedoch dem Repertoire der "kleinen Motetten". Die hier aufgenommenen Stücke stammen aus der Sammlung mit ‚Mottetti a due e tre voci‘ von 1681. Sie zeigen eine Vielzahl von Kompositionen, die traditionelle Elemente mit innovativen Aspekten verbinden und in den folgenden Generationen weiterentwickelt werden sollten. Diese musikalischen Juwelen sind sehr repräsentativ für den Stil der kleinen Motetten, die den ‚stile concertante‘ bereits ankündigen. Mit Solorezitativen bis hin zu einer Mischung aus Gesangsduetten oder Trios zeichnen sich die Motetten durch verschiedene Stimmkombinationen und eine breite Palette von formalen Strukturen aus, die eng mit dem Inhalt der Texte verwoben sind.