Im Jahre 1683 trat Michel-Richard de Lalande als Sous-maître in die Chapelle Royale ein, nachdem er von Louis XIV. in einem beachtlichen Rekrutierungswettbewerb unterstützt wurde. Gerade noch 25 Jahre alt, etablierte sich der junge Komponist schnell als Favorit des Königs und trat seinen Weg  zu einer fast vierzigjährigen Karriere im begehrtesten Hofposten an. Vor allem schloss Louis ihn in die Beratungen für den Bau der neuen Chapelle Royale ein, die noch heute neben dem Schloss von Versailles liegt. Als die Bögen allmählich nach oben stiegen, komponierte und überarbeitete Lalande seine Motetten, die der damaligen Pracht des Reiches Ausdruck verleihen und gleichzeitig die unvergleichliche Akustik der Kapelle bezeugen sollten. Seine Werke - Psalmen, Hymnen, das Te Deum - dokumentieren die Atmosphäre am Hof in der Liturgie, in Zeiten von Unruhe und Freude.

Nach der Aufnahme der Te Deum-Kompositionen von Lully und Charpentier in der Chapelle Royale kehren Vincent Dumestre und Le Poème Harmonique nun nach Versailles zurück, um die Musik in Angriff zu nehmen, die Lalande für diesen außergewöhnlichen Ort komponiert hat. Neben den Grandes Motetes Deitatis majestatem und Ecce nunc benedicite, mit ihrer Synthese aus königlichem Pomp und der Sprache der Oper, bieten sie das tief bewegende Miserere und das grandioseste Te Deum, das in der Regierungszeit Ludwigs XIV. aufgeführt wurde, das Te Deum für den König selbst.

„Große Musik trifft auf großartige Musiker.“
Guido Fischer, rondomagazin.de, 23.06.2018