Sylvestro Ganassi, Hofmusikus des Dogen, Gambist und vor allem Blockflötist, veröffentlichte 1535 in Venedig seine erste Abhandlung über die Kunst der Verzierung in einer bis dato nicht dagewesenen rhythmischen Komplexität und Virtuosität. Der Blockflötist Denis Raisin Dadre hat sich sowohl Ganassis Abhandlung als auch dessen Repertoire vorgenommen und zeigt uns anhand der Verzierungen, dass diese Musik so quicklebendig ist, als sei sie gerade erst geschrieben worden. Die rhythmischen Verschiebungen und die außerordentliche Improvisationskunst produzieren einen „Swing“, den man eher im Jazz des 20. Jahrhunderts als in der italienischen Renaissancemusik verorten würde.

„‚So aufregend lebendig kann Musikgeschichte sein.‘“
rondomagazin.de, 28.01.2017