Nach der Wiederentdeckung der Musik von Giovanni Croce, Maestro di cappella di St. Marco in Venedig (A439), führen uns die Ensemble „Voces Suaves“ & „Concerto Scirocco“ nach Salzburg und stellen den in Verona geborenen Komponisten Stefano Bernardi, einen Zeitgenossen von Monteverdi, in den Mittelpunkt ihres Albums. Bernardi erreichte den Höhepunkt seiner Karriere in Salzburg, als er zum ersten Kapellmeister der neu errichteten Kathedrale ernannt wurde, eine Position, die er von 1628 bis 1634 innehatte.

Mit Merkmalen wie Polychoralität und stile concertanto trug Bernardi wesentlich zur Integration des italienischen Nuovo-Stils in Salzburg bei und kann daher als musikalischer Vorläufer späterer, berühmterer Salzburger Musiker angesehen werden. Die herausragende Bedeutung seiner Musik wird an seinem majestätischen Requiem deutlich, dessen Manuskript im Salzburger Domarchiv noch erhalten ist. Besonders beeindruckend ist die Sequentia, die den Kern des Werkes bildet und mit einem aufwändigen „Dies irae“ beginnt, das auf der berühmten Choralmelodie basiert. Das Requiem sowie eine Reihe von Motetten von Bernardi sind hier zum ersten Mal eingespielt.