Franz Liszt war 67 Jahre alt als er seine „Via Crucis“ komponierte. Doch erst 1929, 43 Jahre nach dem Tod des Komponisten, wurde das Werk uraufgeführt. Den Etappen der Leiden Christi folgend ist der Kreuzweg in 15 Abschnitte unterteilt, von der Verurteilung zum Tod bis schließlich zur Grablegung. Die Via Crucis verbindet gregorianischen Gesang mit lutherischer Liturgie, sie präsentiert das Geschehen in lateinischer, deutscher und aramäischer Sprache und zeigt damit echte formale Eigenständigkeit. Für den bekennenden Gläubigen Liszt stellt die Via Crucis sein bedeutendstes sakrales Werk dar. Er komponierte mehrere Versionen: für gemischten Chor, Solisten und Orgel (mit der Orgelstimme optional für Klavier transkribiert), für Klavier solo, Orgel solo und zwei Klaviere.

Wie bereits bei der CD „Rikadla“ (ALP219), die der Musik Janaceks gewidmet ist, wird das von Philippe Herreweghe gegründete Collegium Vocale in dieser neuen Alpha-Aufnahme wieder von Reinbert de Leeuw geleitet.