Nach den Aufnahmen mit Werken von Mozart (mit Juliette Hurel, ALP204) und Brahms (mit Lise Berthaud, ALP214), macht sich das Quatuor Voce auf den Weg ins 20. Jahrhundert. 
Janáček hat mit seinen ‚Intimen Briefen‘ ein öffentliches Eingeständnis seiner Beziehung zu Kamila Stöslová komponiert: „Es ist meine erste Komposition, deren Töne von all dem Liebenswürdigen durchglüht sind, das wir miteinander erlebt haben“.  Auch Bartók verarbeitet in seinem ersten Quartett die unglückliche Liebe zur Geigerin Stefi Geyer. Das Stefi Geyer-Motiv aus Bartóks 1. Violinkonzert taucht nun in einer Moll-Variante auf. 

Schulhoff, einer der ersten jüdischen Komponisten, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fallen sollte, war den damaligen Lektoren und Kritikern suspekt. Mit seiner chamäleonhaften stilistischen Vielfalt offenbart er in fast jedem Werk eine unverwechselbare Originalität. Der Durchbruch gelang ihm mit den ‚Fünf Stücken‘ – einer Suite mit Tänzen in unterschiedlichen traditionell inspirierten Stilen: Alla Valse viennese, Alla Serenata, Alla Czeca, Alla Tango milonga, Alla Tarantella.

„Dem ‘Quatuor Voce’ gelingt es meisterhaft, diese inneren Stimmungen erlebbar zu machen, gerade so, als ob sie selber von der Situation betroffen wären. Gerade die ‘Intimen Briefe’ entfalten stellenweise eine geradezu gespenstisch ekstatische Explosivität. Die technischen Schwierigkeiten spielen einfach keine Rolle. Die vier Musiker können sich voll und ganz auf die musikalischen Aspekte und ihre Vermittlung fokussieren und schaffen so ein faszinierendes Bild (…)“
Uwe Krusch, pizzicato, 27.04.2017