Zur Zeit von Madame de Pompadour (1721 – 1764) erfreute sich die Drehleier - genau wie die Musette -außerordentlicher Beliebtheit. Wie sich anhand zahlreicher historischer Gemälde nachvollziehen lässt, traf diese Popularität vor allem auf die Damen des Adels zu, die die Drehleier anderen Instrumenten durchaus ebenbürtig betrachteten. 

Michel Corrette brachte sein Buch ‚La belle vielleuse‘ heraus und zahlreiche andere Publikationen zur Anwendung des Instrumentes wurden damals veröffentlicht; Virtuosen wie Danguy oder Dupuits trieben die Spieltechniken bis zum Äußersten, und der Charme des Instrumentes wurde von Poeten beschrieben und als Kantaten vertont. 

Die unbekannten Werke auf der vorliegenden Aufnahme verorten die Drehleier fest am französischen Hof der Zeit, wo man sich bei stilisierten Pastoralen vergnügte.

„Die Drehleiervirtuosin, die diesem Instrument hier faszinierende Farben entlockt, heißt Tobie Miller. Sie kann sogar den Ton gestalten und phrasieren, fast wie mit dem Bogen gestrichen.“
Dagmar Munck, SWR2, 14.07.2017