In Marin Marais‘ fünf Büchern mit Werken für Viola gibt es nur zwei Suiten für zwei Violen und Continuo. Das Hinzufügen einer zweiten Solo-Viola gab Marais die Möglichkeit, den Charakter eines Stücks plastischer erscheinen zulassen, besonders in den langsamen Sätzen. Er spielt mit dem Klang, indem er die Violen mit Sostenuto-Linien und Dissonanzen in einen ergreifenden Dialog treten lässt. Das Tombeau (ein musikalischer Grabstein) für Mr. Meliton bildet hierbei den Höhepunkt.

Marais folgte strikt dem von seinem Lehrmeister Lully eingeschlagenen Weg und gehörte damit zu den Traditionalisten, die Ende des 17. Jahrhunderts die Einflüsse aus Italien vehement ablehnten.

Nach den Alben „Hommages“ und „Images“, vervollständigt Mieneke van der Velden mit „Dialogues“ das Bild der imposanten Klangwelt von Marin Marais. Hier spielt sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Dozent Wieland Kuijken; eine musikalischen Begegnung alter Freunde.

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