Ori und Omri Epstein, die vor allem für ihre Auftritte als Teil des Busch Trios bekannt sind, begehen ihr Linn-Debüt als Duo, mit einer Einspielung von Beethovens Cellosonaten. Diese Meisterstücke, die als Meilensteine des Repertoires gelten, bieten einen Überblick über sämtlichen kreativen Phasen in der Schaffenszeit des Komponisten. Die beiden Sonaten Op. 5 sprühen nur so vor berauschenden Momenten. Diese Werke, die komponiert wurden, als Beethoven darauf bedacht war, seine eigene Virtuosität als Pianist in den Vordergrund zu stellen, sind nichtsdestotrotz aussagekräftige Paradestücke für das „begleitende“ Cello, das auf bemerkenswerte Weise in verschiedenster Form zum Einsatz kommt. Pianist und Cellist werden in der Sonate in A-Dur, die als lyrischste und am stärksten improvisatorisch geprägte aller Beethoven-Sonaten angesehen wird, als gleichberechtigte Partner behandelt. Die Vielseitigkeit des Cellos, das sich schnell zwischen verschiedenen Registern und Funktionen bewegt, kommt hier besonders gut zum Ausdruck. Die beiden Sonaten Op. 102 kündigen die Verdichtung von Beethovens Spätstil an und sind in technischer Hinsicht besonders anspruchsvoll. Beethoven-Experte Barry Cooper beschreibt sie als Werke von „einer Transzendenz, die sie selbst nach zahlreichen Aufführungen noch immer innovativ und herausfordernd erscheinen lässt.“