Kein Komponist des 18. Jahrhunderts war in so vielen Musikrichtungen so versiert wie Georg Philipp Telemann. Telemanns Vielseitigkeit und Erfindungsreichtum hielten seinen musikalischen Stil ein Leben lang avantgardistisch. Er wurde nicht nur von seinen Zeitgenossen geschätzt, sondern war auch von der nachfolgenden Generation hoch angesehen: Sein Ruhm war überwältigend. New Collegium, eines der vielversprechenden Ensembles der jungen Generation, hat deshalb für seine erste CD bei Ramée dieses Programm gewählt, um Telemann als das Chamäleon zu zeigen, mit der ganzen Bandbreite seiner musikalischen Palette. Einige der Stücke werden zweifellos vertraut klingen; andere, wie das italianisierende Trio für Violine und obligates Cello oder das pastorale Trio für zwei Violinen in Skordatura werden für viele sicherlich reizvolle, neue Entdeckungen sein. Während man die chamäleonartige Vielfarbigkeit Telemannscher Musik hört, fragt man sich: Ist das wirklich Musik von nur einem Komponisten, nicht von sechs?