Die „Cantigas de Santa Maria“ stammen aus der imposanten Sammlung, die Alfonso X. (der Weise) am spanischen Hof während seiner Herrschaft zusammentrug und die eine der wertvollsten Quellen mittelalterlicher spanischer Musik liefert. Sie sind ein musikhistorisches Zeugnis vom Ende der Reconquista der Iberischen Halbinsel und entführen den Hörer ins Herz einer Kultur in der sich christliche, jüdische und muslimische Traditionen vermischten.

Doch sind diese Lieder nicht nur aufgrund ihrer einzigartigen musikalischen Sprache bemerkenswert, sondern auch wegen der portugiesischen und galizischen Texte, in denen sich Poesie, Volksschwänke und Choräle vereinen, von denen die meisten die Jungfrau Maria preisen.

Das Ensemble Tiburtina gestaltet diese Stücke wie einen Dialog zwischen zwei Frauenstimmen, angereichert durch zwei Harfen, einem Dulce melos und Perkussionsinstrumente. Die nuancierte Interpretation hat ihre Quelle im einstimmigen Gesang und der Musik der Troubadoure, die hier eine hinreißende Verzierung durch arabische Ornamente und Improvisationen erfährt.