In Rom lockten zwischen dem späten 17. Jahrhundert und dem frühen 18. Jahrhundert, Akademien und die von Aristokraten und Kardinälen organisierten "conversazioni" (künstlerische Versammlungen) die führenden Schriftsteller und Musiker an.

Es sind besonders Namen wie Arcangelo Corelli, Alessandro Scarlatti oder der des jungen G. F. Händel, die sich von den vielen anderen abheben. Der als ‚Giovanni des Violone‘ bekannte Cellist und Komponist Giovanni Lorenzo Lulier (*Rom, ca. 1662-1700) nahm an diesem intensiven musikalischen Austausch teil. Als er 1690 dem Gefolge von Kardinal Pietro Ottoboni beitrat, hatte Lulier bereits eine 10-jährige kompositorische Karriere in den Genres Oratorium, Oper und vor allem der Kammerkantate zu verzeichnen. Ursprünglich bestehend aus einer Abfolge von Strophenarien, etablierte sich die Kantate allmählich als poetisches und musikalisches Genre, das sich durch abwechselnde Rezitative und Arien auszeichnete. Wie man weiß, beinhalteten die ‚conversazioni‘ des 16. und 17. Jahrhunderts auch die Aufführung von Instrumentalmusik.