Von Suetonius bis Camus hat Caligula stets Historiker, Dichter und Dramatiker inspiriert, bis hin zu einem Mythos: dem des grausamen Wahnsinns. . . Caligula schwärmt, Caligula ist verrückt, aber sein Blick ist der des Sehers, seine Verwirrung der Sinne ist eine Öffnung zum Phantastischen. Jetzt ist es genau diese fantastische (und auch komische) Dimension, auf die Giovanni Pagliardi in seiner 1672 in Venedig entstandenen Fabel die Betonung legt und die Vincent Dumestre nun wieder zum Leben erweckt. Vor allem aber wurde dieses Porträt von Caligula als Held des Unmöglichen, als Showman der Wunder, mit einer Idee abgerundet, die plötzlich selbstverständlich erscheint: Caligula und alle Figuren um ihn herum konnten nur "Holzschauspieler" sein, Marionetten.
(....) Die traditionelle Puppe - wie sie in den berühmten Puppenspielen Palermos Verwendung findet – wurde in Gänze vor den Augen des Publikums bedient. Mit Hilfe von Eisenstangen, die am Kopf der Holzfigur und an einem Arm der Puppe befestigt sind, ließen sich vor allem Kampfszenen spielen, der andere Arm ist hingegen durch einen Faden verbunden. Das spezifische Genie der Puppe ist nicht mimetisch, wie in Venedig, sondern poetisch oder noch besser: episch . . . Es gibt nur einen überlebenden Vertreter dieser Volkskunst: Mimmo Cuticchio. Geboren 1948, erlernte er seine Fähigkeiten von seinem Vater Giacomo, durch praktische Erfahrungen bei Aufführungen, die sowohl bei Aufführungen in Palermo als auch in den zahlreichen dörflichen Gastspielen stattfanden." (Alexandra Rübner und Vincent Dumestre, aus dem Booklet-Artikel)
Dank Cuticchios Firma, der Regie von Alexandra Rübner und der Kamera von Jean-Pierre Loisil ist Caligula lebendiger und moderner denn je.
Eine magische Erfahrung. (....) Pagliardi's Caligula ist ein Vorbild der venezianischen Oper: Aufsässigkeit, Emotion, betörende Ritornellos und Lamenti. (....) Die Magie funktioniert perfekt, so ausdrucksstark und lebendig sind diese 50 cm großen prächtigen Objekte. Die Puppenspieler arbeiten vor den Augen der Zuschauer, während die Sänger, auf beiden Seiten eines minimalen Sets platziert, ihren Teil zum Charme dieser eineinhalb Stunden in einer aufsässigen Stadt Roms beitragen". Vincent Borel, Classica
Möchten Sie durch Zeit und Raum reisen? Dann ist dieser Caligula für Sie! (....) Ein Puppenspiel mit der ehrwürdigen sizilianischen Puppe, ganz erstaunlich und bewegend. Ein Stück mit Musik und Geschichte, das man unmittelbar erleben kann. Für die ganze Familie." Judith Chaine, Télérama
Vincent Dumestre hat unter der Leitung seiner hervorragenden Musiker von Le Poème Harmonique Affekte, Nuancen und Farben mit großer Kunstfertigkeit destilliert". Marie-Aude Roux, Le Monde

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