Nachdem Robin Ticciati für seine jüngsten Einspielungen von französischem Repertoire Anerkennung zuteilwurde, wendet er sich jetzt der Musik von Anton Bruckner zu. Ticciati scheint geradezu dafür geschaffen, Bruckner mit einer Herangehensweise zu dirigieren, die sowohl „expansiv als auch offenbarend‟ (The Guardian) ist. Er ist mit dieser Bearbeitung bereits mit dem Philharmonischen Orchester Bergen und den Wiener Symphonikern aufgetreten und ist nun nach Berlin zurückgekehrt, um seine Einspielungsserien mit dem Deutschen Symphonie-Orchester fortzuführen. Bruckner hat mit seiner Sechsten Symphonie neue Wege beschritten. Die gewundene Harmonik, die komplexen Rhythmen und die ideenreiche Instrumentalisierung gehen mit gegensätzlichen Stimmungen und einem Thema einher, das auf überzeugende Weise von dunkel zu hell übergeht. Die Sechste Symphonie, die bisweilen von der bekannteren Fünften und Siebten Symphonie überschattet wird, hat viele außergewöhnliche Momente, darunter auch das erstaunliche Scherzo. Auffallend ist, dass es sich hierbei um das erste Werk handelte, das der von Selbstzweifeln geplagte Komponist nicht zu überarbeiten versuchte. Ticciati beschreibt diese Symphonie als „wild, kühn und waghalsig‟, ein perfektes Match für den engagierten und charismatischen Dirigenten.