Eine klare Musik. Lebhaftigkeit, Scharfsinnigkeit, Intensität, Faltungen und Entfaltungen des pontillistischen Materials, das die Sache selbst und ihren Widerspruch umklammert – Sinnlichkeit, Lustigkeit, Tänze, Abgründe wie plötzliche Luftzüge. Bewegung und Stillstand . . . Musik, die einen schlägt, kneift, beißt, umhüllt, anknurrt.

Pesson belebt hier neu, was (bereits) sein eigener Klassizismus sein dürfte (Carmagnole). Er nimmt einen Bleistift zur Hand und versieht Mozart mit einem Schnurrbart, der mehr als gewillt ist, diesen zu tragen (Transformations du Menuet K. 355). Er treibt seine Sprache so weit in die Ecke, dass sie anders zu sein scheint und im kompromisslosen Licht von Opałka wahrscheinlich auch so wird (Blanc mérité), eine Sprache, die sich bei Proust verästelt und brilliert (Ne pas oublier coq rouge dans jour craquelé), bei Perec geometrisch wächst (Neige bagatelle) und sich in ‚enfantines‘ entblößt (Musica ficta).

Das Ensemble Cairn, ein treuer Partner des Labels, führt uns unter der Leitung von Guillaume Bourgogne in Welten, die komischer kaum sein könnten.