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Das 1912 in Berlin entstandene Werk Pierrot lunaire besteht aus 21 kleinen Melodramen für Stimme und fünf Instrumente nach Gedichten von Albert Giraud, die ins Deutsche übersetzt wurden. Der Komponist hebt hiermit den Sprechgesang aus der Taufe, eine Technik, die die Deklamation revolutionierte. Schönberg wollte, dass das Stück ironisch, zart und grotesk zugleich ist, in der Art von Kabarettliedern. Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die gelegentlich auch Schauspielerin ist, träumte davon, dieses einzigartige Werk zu spielen und zu deklamieren. Es war ein schmerzender Arm, der sie zwar daran hinderte, Geige zu spielen, aber eines Tages zur Erzählerin werden ließ: 34Mein ganzes Leben lang fühlte ich mich als Pierrot. Jedes Mal, wenn ich als Studentin dieses Stück auf der Geige spielte, habe ich die Worte in meinem Kopf gesprochen34. Sie hat Pierrot auf vielen Bühnen der Welt gespielt, darunter in der Berliner Philharmonie, in mehreren Städte der Vereinigten Staaten, den Niederlanden, der Schweiz oder Schweden. Sie versammelte einige ihrer Musikerfreunde um sich und beschloss, Pierrot für die Nachwelt festzuhalten. Schönbergs Fantasie, op. 47 und „Sechs kleine Stücke für Klavier, op. 19“, sowie Werke von Webern (Vier Stücke für Violine und Klavier, op. 7) und Johann Strauss' Kaiser-Walzer, op. 437, in einer Bearbeitung von Schönberg ergänzen dieses Programm.

 

 

„Ohne dass Zwang spürbar wäre, gehorcht das Rhythmische einem Höchstmass an Schärfe. Und dann die vieldiskutierte Frage der Tonhöhe im Sprechgesang, die Schönberg nur approximativ, in den Bewegungsrichtungen aber exakt ausgeführt haben wollte – da zahlt es sich aus, dass weder eine Sängerin noch eine Schauspielerin am Werk ist, sondern ganz einfach eine Musikerin, für die, auch wenn sie nicht am Instrument wirkt, Exzellenz zu den Grundlagen gehört. In jeder Hinsicht ausgesucht auch die instrumentale Seite, die durch Mesung Hong (Violine und Viola), Júlia Gállego (Flöte), Reto Bieri (Klarinette), Thomas Kaufmann (Violoncello) und Joonas Ahonen (Klavier) getragen wird.“
peterhagmann.com
„Es ist das Jahr 1912, die Welt der Musik, der Kunst, und sowieso ist aus den Fugen. Uns so hört sich das auch an, was Kopatchinskaja mit dem Sprechaparat anstellt: Bleckend, brachial, brüllend, keifend, rotzend, schluchzend, säuselnd verleiht sie all ihrer Stimme zu Gebote stehenden Registern jene expressionistische Exaltiertheit, die die Musik zu einem fantastischen Ohrentheater werden lässt. Die Geigerin, selbst Schauspieler-Kind, schafft mit dem Stimmbändern, was mit der Violine nur schwer vorstellbar wäre. “
Aachener Zeitung
„Kopatchinskaja macht als Sprecherin aus ihrer Emphase keinen Hehl. Sie summt und brummt, kreischt und juchzt, sie flüstert und schnarrt, dass man ihren einzelnen Wörtern zwar kaum folgen kann, doch genau darin sieht sie einen Zweck: Kunst um ihrer selbst willen, als klangliche Gebärde, bei der nicht jedes Detail den Verstand erreicht, sondern das Gesamte vor allem unser Gefühl. Das gelingt ihr hinreißend. “
concerti.de
„Patricia Kopatchinskaja hat sich der Rolle hörbar musikalisch angenommen. Vielleicht ist es ein Glücksfall, dass sie vor allem als Geigerin unterwegs ist. Sie spricht, trällert, kiekst - das alles sprüht von Klangfarben. Und die ganze Nervosität und Heimatlosigkeit der Moderne im Schatten des heraufziehenden Ersten Weltkriegs schwingt da mit. (...) Kopatchinskaja brilliert auch hier - diesmal auf der Geige, wunderbar begleitet von Joonas Ahonen. Leise, beinahe behutsam und nur in Inseln impulsiv ausbrechend, geht es mit Weberns "Vier Stücke für Geige und Klavier" weiter. (...) Wahrlich ein musikalisches Defilee!“
FONO FORUM